Hundeführerschein

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Der Hundeführerschein ist ein Nachweis dafür, dass der Besitzer seinen Hund in Alltagssituationen kontrollieren kann. Er bescheinigt außerdem, dass der Hund keine Gefahr für Menschen oder andere Hunde darstellt. Der Hundeführerschein wird dabei nach dem Bestehen einer theoretischen und einer praktischen Prüfung vergeben.

Die Prüfungen wurden anhand der Richtlinien dreier größerer Verbände erstellt: dem BVZ, dem VDH und dem BHV. Gleichzeitig gibt es auch landesspezifische Hundeführerscheine. Die Regeln sind hier bundesweit nicht einheitlich, sodass der Hundeführerschein auch nur in einigen Bundesländern Pflicht ist.

Hundeführerschein

Tipps und Infos zur Vorbereitung auf den Hundeführerschein findet ihr übrigens auch in folgenden Büchern:

Hundeführerschein Pflicht

Niedersachsen ist bisher das einzige Bundesland, in dem seit dem 01. Juli 2013 der Hundeführerschein Pflicht ist für alle Ersthundehalter. Noch vor der Anschaffung des Hundes muss hier jeder Ersthundehalter eine theoretische Prüfung durchführen. Die praktische Prüfung muss dann innerhalb des ersten Jahres abgelegt werden.

In Hamburg kann ein Hundeführerschein erworben werden, um von der allgemeinen Leinenpflicht entbunden zu werden. In Schleswig-Holstein dürfen als gefährlich eingestufte Hunde nur mit Hundeführerschein gehalten werden.

Hundeführerschein

Hundeführerschein Fragen

Die theoretische Prüfung zum Hundeführerschein umfasst Fragen zu gesetzlichen Regelungen, Kommunikation von Hunden, Lernverhalten, Gesundheit, Aufzucht von Hunden und dem Verhalten des Besitzers in der Öffentlichkeit. Es handelt es um insgesamt 40 Fragen. Im Folgenden findet ihr einige Beispiele der Hundeführerschein-Fragen:

Beispielfragen:

  1. Welche der folgenden Aussagen trifft zu?
    • Alle Hunderassen werden kinderlieb geboren.
    • Welpen müssen frühzeitig auf Kinder sozialisiert werden.
    • Bestimmte Hunderassen sind kinderlieb, z.B. Labrador und Retriever
    • Jack Russel Terrier sind aufgrund ihrer kleinen Größe für Kinder optimal.
  2. Wie verhalten Sie sich, wenn Ihnen ein Jogger entgegenkommt und Ihr Hund frei läuft?
    • Ich brauche nichts zu unternehmen, weil mein Hund höchstens zu dem Jogger hinläuft, ihn aber nicht belästigt oder beißt.
    • Ich rufe meinen Hund zu mir, leine ihn an und lasse ihn erst wieder los, wenn ich sicher weiß, dass er den Jogger nicht verfolgen wird.
    • Ich renne ein Stückchen mit dem Jogger mit. Das lenkt meinen Hund vom Jogger ab, denn er konzentriert sich dann nur auf mich.
    • Ich bitte den Jogger möglichst langsam zu laufen, damit er meinen Hund nicht zum Hinterherrennen verleitet.
  3. Was sind häufige Ursachen für die Entstehung eines Angstproblems?
    • Schlechte Erfahrungen, besonders, wenn sie in der Welpenzeit stattgefunden haben.
    • Eine stabile Bindung mit seinem Besitzer.
    • Ein Leben in einer Familie mit 2 Kindern.
    • Regelmäßiges Training in einer guten Hundeschule mit dem Ziel des Ablegens des Hundeführerscheines.
  4. Wie sollte ein Hundehalter vorbeugen, um im Falle eines durch seinen Hund verursachten Schadens rechtlich abgesichert zu sein?
    • Indem er einen guten Rechtsanwalt nach dem Vorfall aufsucht.
    • Indem er eine Haftpflichtversicherung abschließt.
    • Indem er seinen Hund gut erzieht.
    • Er muss der zuständigen Gemeinde den Erwerb des Tieres anzeigen.
  5. Was ist im Sommer besonders bei hohen Temperaturen zu beachten?
    • Schönes warmes Wetter sollte zu Tageswanderungen genutzt werden.
    • Für kurzhaarige Hunde ist nichts zu beachten, langhaarige Hunde sollten im Hochsommer max. 3 Stunden täglich spazieren geführt werden.
    • Hunde mit kurzem Fell müssen grundsätzlich mit Sonnenmilch eingerieben werden, um Verbrennungen zu vermeiden.
    • Hunde sollten im Hochsommer nicht in parkenden Autos zurückgelassen werden.
  6. Welche Dinge sind vor der Anschaffung eines Hundes wichtig?
    • Habe ich Kinder? Kinder und Hunde vertragen sich nicht.
    • Habe ich die Möglichkeit, den Hund in dem ersten Lebensjahr zu behalten und zu versorgen?
    • Passt der ausgesuchte Hund von seiner Rasseveranlagung tatsächlich zu meinem Lebensstil?
    • Die Abstammung von hoch prämierten Elterntieren.
  7. Welche der folgenden Aussagen ist richtig?
    • Rüden sind in der Regel ab dem 8. Lebensjahr nicht mehr zeugungsfähig.
    • Hündinnen sind ihr ganzes Leben fruchtbar und fortpflanzungsfähig.
    • Hündinnen können ab dem ersten Tag der Läufigkeit erfolgreich gedeckt werden.
    • Hündinnen können nur in der Zeit zwischen dem 11.-13. Tag der Läufigkeit tragend werden.

Wie ihr seht, sind die Hundeführerschein-Fragen recht breit gefächert und gleichzeitig eindeutig machbar. Viele Antworten kann man sich leicht herleiten, andere muss man einfach lernen.

Hundeführerschein - Praktische Prüfung

Hundeführerschein

In der praktischen Prüfung zum Hundeführerschein bewertet der Prüfer das Verhalten von Hund und Halter in alltäglichen Situationen, wie beispielsweise in der Fußgängerzone oder im Café. Die praktische Prüfung können durchaus auch Halter schwieriger Hunde bestehen, denn das Wichtige hierbei ist, zu beweisen, dass man um das Problem weiß und durch angebrachtes Verhalten Menschen und andere Tiere vor einer Gefährdung schützt. Weiß man also beispielsweise, dass der eigene Hund aggressiv auf Kinder reagiert, sollte man den Hund von Kindern fernhalten und diesen erklären, dass sie den Hund nicht anfassen dürfen.

Die praktische Prüfung wird in drei Teilen und somit drei unterschiedlichen Umgebungen absolviert:

  1. Reizarme Umgebung
  2. Öffentliche Grünanlage oder ähnliches
  3. Innerstädtischer Bereich

Dabei müssen folgende Übungen gezeigt werden:

Reizarme Umgebung

  1. Kontrolliertes Ein- und Aussteigen in das Auto
  2. Gehorsam:
  3. Handling
    • Hund lässt seine Ohren, Zähne und Pfoten vom Halter kontrollieren
    • Hund lässt sich einen Maulkorb anlegen oder die Schnauze zubinden
    • Hund lässt sich Futter oder Spielzeug wegnehmen
    • Halter kontrolliert den Hund soweit, dass dieser von einer zweiten Person angefasst werden kann.

Öffentliche Grünanlage o.ä.

In dieser Stufe werden der Hund und sein Besitzer beispielsweise mit folgenden Situationen konfrontiert:

  • Fahrradfahrer, Skater, Jogger, Roller, Mofas, spielende Kinder
  • Personen mit Kinderwagen, Rollstuhl, Rollator, Krücken
  • Schwankende, alkoholisierte Personen
  • Personen mit ungewöhnlicher Kleidung
  • Andere Hunde (angeleint und nicht angeleint), Reiter, Tiere (z.B. Katzen, Wild, Pferde)
  • Kinder wollen angeleinten Hund streicheln
  • Person geht auf den Hund zu und versucht, auf freundliche Weise Körperkontakt aufzunehmen
  • Person nähert sich dem Halter und gibt ihm die Hand
  • Halter-Hund-Team geht durch eine größere Menschengruppe hindurch
  • Eine Person geht mit angeleintem, sich neutral verhaltenden Hund auf den Halter mit seinem Hund zu, bleibt dort stehen, unterhält sich kurz mit dem Halter und geht dann weiter.

In all diesen Situationen sollten auch Übungen aus dem Bereich „Gehorsam“ gezeigt werden (z.B. Bleib-Übung, Gehen an lockerer Leine).

Im innerstädtischen Bereich

Die folgenden Übungen sollten hier beispielsweise in einer belebten Fußgängerzone absolviert werden:

Hundeführerschein

  • Fahrtstuhlfahren mit anderen Personen
  • Begegnung einer anderen Person auf einem schmalen Weg
  • Kurzes Platznehmen in einem Café o.ä.
  • Besuch eines Geschäftes
  • Passant schneidet das Hund-Halter-Team
  • Bus- oder Bahnfahrt
  • Entlanggehen an einer stark befahrenen Straße
  • Auch hier sollten der jeweiligen Situation entsprechend Übungen aus dem Bereich „Gehorsam“ gezeigt werden.

Weitere Informationen zum Hundeführerschein liefert der BHV hier.