Ein Welpe kommt ins Haus

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Der große Moment steht bevor: Ihr habt euch ausreichend informiert und geprüft, welcher Hund zu euch passt? Ihr habt die monatlichen Kosten abgewägt? Und auch schon einen verantwortungsvollen Züchter gefunden? Und jetzt ist es soweit, ein Welpe kommt ins Haus? Wir haben für euch zusammengestellt, was ihr jetzt alles beachten müsst.

Noch beim Züchter

Noch beim Züchter solltet ihr dem Welpen, auf den ihr ein Auge geworfen habt, mehrere Besuche abstatten. Auf diese Weise könnt ihr euch in einer für ihn bekannten, stressfreien Umgebung gegenseitig „beschnuppern“. Wenn ihr ihn dann schließlich mit nach Hause nehmt, wird er euch bereits etwas kennengelernt und Vertrauen zu euch gefasst haben, was ihm den Einstieg in sein neues Leben erleichtern wird.

Ideal ist es, wenn euch der Züchter vielleicht sogar die Kuscheldecke oder das Lieblingsspielzeug des Welpen mitgeben kann. So hat er zusätzlich einen Gegenstand mit vertrauten Gerüchen, an den er sich kuscheln kann.

In jedem Fall sollte euch der Züchter einen Beutel mit dem Welpenfutter mitgeben, das der Welpe bisher bekommen hat. Denn auch wenn ihr ihm dieses nicht weitergeben möchtet, so solltet ihr dieses erst nach und nach mit dem neuen Futter mischen, damit der noch empfindliche Magen des Welpen nicht zu sehr aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Falls ihr das Welpenfutter weitergeben möchtet, so solltet ihr euch noch beim Züchter aufschreiben, was es genau für eines ist.

Der Weg nach Hause

Für den Weg nach Hause solltet ihr bereits einen Teil der Erstausstattung für den Hund dabei haben. Dazu zählen in erster Linie das neue Halsband und die Leine, damit ihr euren Welpen sicher zum Auto bringen könnt. Eventuell ist euer Welpe noch nicht an das Autofahren gewöhnt. Dann solltet ihr, sofern ihr mindestens zu zweit seid, überlegen, ihn auf dieser Fahrt vorne in seinem neuen Körbchen in den Fußraum des Beifahrers zu setzen. So spürt er eure Nähe und der Weg nach Hause wird für ihn nicht zu einem negativen Erlebnis. In dem Fall müsst ihr ihn aber gut sichern! Von der Unterbringung in einer Transportbox würden wir bei der ersten Fahrt komplett absehen, da man Hunde ganz langsam und vorsichtig daran gewöhnen sollte.

Gerade für diejenigen von euch, für die der Weg nach Hause etwas weiter ist, sollte gelten: Macht viele Pausen! Welpen müssen sich schließlich noch sehr oft lösen.

Den Welpen nicht überstrapazieren

Nun ist es soweit: Ein Welpe kommt ins Haus! Zuhause angekommen solltet ihr erst einmal nichts tun. Gar nichts. Gebt dem Welpen viel Zeit, sich die neue Umgebung in Ruhe anzuschauen. Eure Freunde und Familie werden sicherlich gespannt sein, den neuen Mitbewohner kennenzulernen, aber gerade zu Beginn dürft ihr den Welpen nicht überstrapazieren. Verschiebt das Treffen daher lieber auf später.

Wenn Kinder in eurem Haushalt leben, solltet ihr diesen von Vornherein klar machen, dass der neue Welpe kein Spielzeug ist. Der schlafende Welpe sollte niemals geweckt und wenn möglich auch ein Ruheplatz für ihn eingerichtet werden. Wenn der Welpe dort hin geht, müssen die Kinder ihn in Ruhe lassen. Das dürften sowohl die Kinder als auch der Welpe sehr schnell verstehen.

Auch in den folgenden Wochen und Monaten solltet ihr den Welpen nicht überstrapazieren. Zu viel Bewegung im Welpenalter kann gerade bei größeren Rassen, wie dem Golden Retriever, Schäden an den Gelenken nach sich ziehen. Für die Länge des Spaziergangs gilt daher folgende Faustregel: Nicht länger als fünf Minuten pro Lebensmonat mit dem Welpen spazieren gehen. Animiert den Welpen auch nicht zu Sprüngen oder ähnlichem. Auch Zerrspiele sollten in dem Alter noch vermieden werden, da es dabei zu Verschiebungen im Kieferbereich kommen kann. Aber: Tobespiele mit Artgenossen sind immer erlaubt! Hierbei nur darauf achten, dass niemals direkt nach dem Essen getobt wird, da dies Magendrehungen begünstigen kann.

Die ersten Nächte mit dem Welpen

Die ersten Nächte mit dem Welpen werden für ihn und euch sehr prägend – und gerade für euch vermutlich sehr kurz sein!

Im Vorfeld solltet ihr euch bereits überlegen, wo der Welpe in Zukunft schlafen soll. Hier gibt es ganz unterschiedliche Meinungen: Viele nehmen den Hund mit ins Schlafzimmer, was die Beziehung zwischen euch und dem Hund stärken kann. Bei manchen schläft der Welpe sogar mit im Bett – dies solltet ihr euch allerdings vorher genau überlegen, denn wenn er einmal groß und auch mal dreckig ist oder den ein oder anderen Floh hat, könnte das Kuscheln vielleicht nicht mehr ganz so angenehmen sein. Bei wieder anderen schläft der Hund aus hygienischen Gründen daher in einem anderen Raum.

Für welche der Varianten ihr euch auch entscheidet, ihr solltet euren Welpen von Anfang an daran gewöhnen. Wenn eure Entscheidung auf einen anderen Raum fällt, müsst ihr euch darauf einstellen, dass der Welpe spätestens am nächsten Morgen vermutlich anfangen wird zu jaulen. Dies solltet ihr zunächst ignorieren – bereits ein wichtiger Schritt, wenn ihr später euren Hund alleine lassen wollt. Erst wenn er ruhiger geworden ist, solltet ihr aufstehen und mit ihm rausgehen. Ansonsten wird er sich daran gewöhnen, dass er durch Jaulen Aufmerksamkeit bekommt.

Der Raum, in dem der Welpe die ersten Nächte verbringt, sollte aber auf keinen Fall zu weit von eurem Schlafzimmer entfernt sein. Anderenfalls bekommt ihr nicht mit, wenn euer Hund mal muss. Ein wichtiger Aspekt, wenn ihr euren Hund stubenrein machen wollt.

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Mit der Erziehung des Welpen beginnen

Bereits in den ersten Tagen solltet ihr mit der Erziehung des Welpen beginnen. Immer mal wieder liest man, dass man einen Hund erst ab 6 Monaten erziehen sollte/kann. Dies ist nicht wahr und ihr verpasst wichtige Phasen seines Lebens, in denen ihr eurem Welpen bereits grundlegende Dinge hättet beibringen können. Man sollte bei der Erziehung eines jungen Welpen einfach nur darauf achten, alles etwas spielerischer zu gestalten. Euer Welpe sollte auf euch hören, weil es ihm Spaß macht, und somit Kommandos von vornherein mit etwas Positivem verbinden. Im Jundhundealter (ab ca. 5 Monaten), sollte euer Hund dann langsam lernen, zuverlässig auf Kommandos zu reagieren.

Mit der Erziehung des Welpen beginnen könnt ihr beispielsweise schon in der Welpenschule. Hier lernt ihr, euren Hund heranzurufen oder auch die Leinenführigkeit. In jedem Fall solltet ihr in dieser Zeit eurem Hund Grenzen aufzeigen: Unarten wie das Hochspringen an Menschen, das Fressen vom Boden oder auch das unerlaubt Springen aufs Sofa solltet ihr jetzt schon unterbinden. Denn vergesst nicht: Ein Welpe kommt ins Haus – aber nicht in seins, sondern in eures! Ihr gestaltet die Spielregeln.

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