BARFEN Hunde

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Der Begriff BARF kommt aus dem Amerikanischen und war ursprünglich die Abkürzung für „Born-Again Raw Feeders“, wird heutzutage aber teilweise auch als „Bones And Raw Foods“ interpretiert. Im Deutschen findet man hierfür das Backronym „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“.

Mit BARF wird versucht, sich der natürlichen Ernährung eines Beutetiers anzunähern. Fleisch und Knochen sollen dabei Energie und Calcium liefern, während Gemüse, Kräuter und Obst für die Versorgung mit Vitaminen und Nährstoffen zuständig sind. Alle Zutaten werden roh verfüttert.

In der ursprünglichen Form von BARF ist der Hundehalter selbst für die Zusammensetzung der Futterrationen zuständig. Hier gilt es, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Immer mehr Unternehmen bieten allerdings auch so genanntes „Fertig-BARF“ an. Dies ist im Schnitt etwas teurer als selbst zubereitete Mahlzeiten, hat aber den Vorteil, dass man sich über die Zusammensetzung der einzelnen Mahlzeiten keine Gedanken zu machen braucht und auch die Zubereitung unkomplizierter ist. Die Auswahl an Fertigmahlzeiten ist in den meisten Online-Shops dabei recht groß, teilweise können auch ganze Menüs mit unterschiedlichen Fleischsorten bestellt werden, sodass euer Hund auch mal etwas Abwechslung im Napf hat.

In welcher Form auch immer – ob als Fertig-BARF oder selbst zubereitet – die Idee von BARF bleibt die gleiche: dem Hund eine möglichst natürliche und artgerechte Hundeernährung zu bieten.

BARF Rezepte

Sich BARF Rezepte auszudenken ist an sich nicht schwer. Man kann dabei aus einer Vielzahl möglicher Lebensmittel auswählen und diese immer nach einem ähnlichen Schema zu einzelnen Mahlzeiten zusammensetzen.

Dabei sollte man beachten, dass der Fleischanteil der einzelnen BARF Rezepte im Verhältnis zu Gemüse/Obst bei insgesamt bei 70 % liegen sollte. Zu Fleisch zählen dabei sowohl pures Fleisch als auch fleischige Knochen, wobei letztere nur ca. 1/3 des gesamten Fleischanteils ausmachen sollten. Natürlich muss das Verhältnis Fleisch : Obst/Gemüse nicht bei jeder einzelnen Mahlzeit eingehalten werden. Stattdessen können beispielsweise morgens nur Obst und Gemüse und abends dann das Fleisch verfüttert werden – je nachdem wie es euch am besten passt und euer Hund es am besten verarbeiten kann. In Bezug auf die Menge sollten dem erwachsenen Hund ca. 2-3 % seines Körpergewichts verabreicht werden, einem Welpen bis zu 5-7 % seines endgültigen Körpergewichtes.

Folgende Zutaten könnt ihr nach dem oben beschriebenen Verhältnis zusammenstellen und so eurem Hund eine abwechslungsreiche Ernährung bieten:

Fleisch

Folgendes Fleisch könnt ihr roh verfüttern:

  • Fleisch vom Rind: Muskelfleisch, Herz, grüner Pansen, Blättermagen, Kopffleisch, Zunge
  • Lamm und Schaf: Muskelfleisch, Herz, Pansen
  • Wild: Muskelfleisch
  • Geflügel: Muskelfleisch, Herz
  • Bei den fleischigen Knochen solltet ihr euch auf folgende konzentrieren:
  • Kalbsgelenkknochen, Kalbfleischknochen, Ochsenschwanz, Rindersandknochen
  • Neben diesem Fleisch könnt ihr auch Leber, beispielsweise vom Rind, verfüttern, aber Achtung: Diese nicht roh, nur in kleinen Mengen, nur ungefähr einmal pro Woche und gemischt mit anderem Futter verfüttern!

Gemüse und Obst

Was Gemüse und Obst betrifft, so solltet ihr dieses immer roh und püriert verfüttern. Hier ein paar geeignete Gemüse-Sorten:

  • Alle Salatsorten
  • Gurke
  • Karotte
  • Knollensellerie
  • Kürbis
  • Schwarzwurzeln
  • Spinat
  • Staudensellerie
  • Zucchini
  • Brokkoli
  • Blumenkohl
  • Tomaten solltet ihr generell nur sehr reif verfüttern, gelbe und rote Paprika nur in sehr kleinen Mengen und grüne Paprika am besten gar nicht verfüttern.

Folgendes Obst eignet sich gut für BARF Rezepte:

  • Apfel
  • Ananas
  • Pfirsich
  • Birne
  • Erdbeeren
  • Banane
  • Mandarine
  • Melone
  • Kiwi
  • Aprikose
  • Nektarinen

Getreide

Neben den genannten Zutaten bietet es sich teilweise auch an, einzelne Getreidemahlzeiten zu verabreichen. Besonders leichtgewichtige Hunde nehmen mit Getreide eher zu. Aber Achtung: Viele Hunde reagieren allergisch auf Getreide, daher muss man hier unbedingt seinen Hund beobachten. Hunden, die Getreide vertragen, kann man dieses einmal pro Woche als Hauptmahlzeit verfüttern, beispielweise in Buttermilch, Möhrensaft oder Wasser eingeweicht und mit Obst, Gemüse, einem Eigelb, Honig und Hüttenkäse (oder anderem Milchprodukt, s. unten) gemischt.

Folgendes Getreide kann für BARF Rezepte eingesetzt werden:

  • Dinkelflocken (einweichen)
  • Haferflocken (einweichen)
  • Weizenflocken (einweichen)
  • Roggenflocken (einweichen)
  • Mais (kochen, da glutenfrei)
  • Hirse (kochen, da glutenfrei)
  • Buchweizen (kochen, da glutenfrei)
  • Quinoa (kochen, da glutenfrei)
  • Amaranth (kochen, da glutenfrei)
  • Reis (kochen, da glutenfrei)

Milchprodukte und Nüsse

Wenn man BARF Rezepte erstellt, sollte man auch ab und zu darauf achten, Milchprodukte und Nüsse zu verarbeiten. Die Milchprodukte sollte man dabei eher nicht mit Fleisch mischen, sondern mit Obst und Gemüse oder Getreide.

Folgende Milchprodukte eignen sich zum Barfen:

  • Hüttenkäse
  • Quark
  • Buttermilch
  • Dickmilch
  • Joghurt
  • Kefir

Nüsse sollten in einer Kaffeemühle oder einem Mixer zerkleinert werden. Hier eignen sich folgende Nüsse, Samen und Kerne für BARF Rezepte:

  • Haselnüsse
  • Erdnüsse
  • Kokosnuss
  • Pekanüsse
  • Walnüsse
  • Mandeln
  • Cashewkerne
  • Kürbiskerne
  • Sesam

Öle und andere Zusätze

Die bisher genannten Zutaten für BARF Rezepte sollten regelmäßig durch Öle und andere Zusätze ergänzt werden, um dem Hund weitere Nährstoffe zukommen zu lassen. Zu den gut verträglichen und für den Organismus wichtigen Ölen gehören Kokosöl, Lachsöl, Dorschöl, Leinöl, Hanföl oder auch Walnussöl. Alle diese Öle sollten kalt gepresst sein und den täglichen Mahlzeiten zugesetzt werden.

Gerade bei Welpen sollte man auch auf eine gute Calcium-Versorgung achten. Neben der Fütterung von Knochen kann man beispielsweise auch immer mal wieder gemahlene Eierschalen oder Knochenmehl unter das Futter mischen.

Um dem Futter zusätzliche Mineralstoffe zuzufügen, für einen höheren Calcium-Gehalt oder auch zur Stärkung der Gelenke können außerdem folgende Zusätze nützlich sein:

  • Aloe Vera
  • Apfelessig (1 x wöchentlich)
  • Blütenpollen (alle 3 Wochen)
  • Spirulina Algen
  • Honig (1x wöchentlich innerhalb der Getreidemahlzeit)
  • Bierhefe(3 x wöchentlich, aber Achtung: könnte Allergien auslösen)
  • Grünlippmuschelextrakt
  • Heilerde (alle 2 Wochen)
  • Knoblauchgranulat
  • Eidotter (2-3 x pro Woche)

Mithilfe dieser Zutatenlisten könnt ihr BARF Rezepte und somit auch einen ganzen Ernährungsplan für euren Hund zusammenstellen.

Welpen barfen

Wer von der Idee von BARF überzeugt ist, wird konsequenterweise auch seinen Welpen barfen wollen. Viele Hundehalter haben diesbezüglich allerdings Bedenken: Verträgt der Welpe Barfen? Könnte er sich nicht an Knochen verschlucken? Hat der Welpe beim Barfen andere Bedürfnisse als ein ausgewachsener Hund? Und wie viel Futter benötigt ein Welpe, wenn er gebarft wird?

Fangen wir dazu mit der ersten Frage an: Allgemein kann man dazu sagen, dass ein Welpe prinzipiell die gleichen Dinge verträgt wie ein ausgewachsener Hund. Genau wie ein erwachsener Hund kann er einen sensiblen oder einen unkomplizierten Magen oder auch eine Futtermittelallergie haben. Dies muss man also austesten und das Futter entsprechend an die Bedürfnisse des Welpen anpassen. Die gleichen Sorgen hätte man aber auch bei der Fütterung von Trocken- oder Nassfutter, daher spricht prinzipiell nichts gegen das Vorhaben, Welpen barfen zu wollen.

Die Frage, ob sich ein Welpe nicht an den Knochen verschlucken kann, muss man etwas differenziert betrachten: Knochen sollte man, wenn man den Welpen barfen möchte, erst ungefähr ab der 7. Lebenswoche geben, da erst dann die Milchzähne vorhanden sind. Außerdem sollte man darauf achten, dem Welpen eher große Knochen, wie beispielsweise die vom Kalb oder vom Rind zu geben, damit sich der Welpe nicht an den Milchzähnen verletzt. Kleinere Knochen, wie Hühnerflügel, sollten am besten durch einen Fleischwolf gedreht werden. Wenn man dies beachtet, besteht beim Welpen barfen kein größeres Risiko als bei der Gabe von Hundetrockenfutter, denn auch hieran kann sich der Welpe verschlucken.

Wenn man einen Welpen barfen möchte, muss man in Bezug auf Zubereitung und Zusammensetzung etwas anders vorgehen als bei einem ausgewachsenen Hund. Von der 4. bis zur 7. Lebenswoche sollte man das Futter am besten pürieren. Hier ist besonders wichtig, gut verdauliche und proteinhaltige Zutaten zu verarbeiten. Der Anteil von Fleisch/Knochen zu Gemüse und Obst sollte bei ca. 80 : 20 liegen. Es empfehlen sich hier beispielsweise Gehacktes vom Rind oder Rinderherzen sowie Äpfel, Bananen, Möhren oder Zucchini. Hinzugeben sollte man ein gut verdauliches Öl, wie beispielsweise Lachsöl. Ab der 7. Lebenswoche, wenn die Milchzähne vorhanden sind, kann man dann das Pürieren der Lebensmittel langsam einstellen und auf feste Nahrung umstellen. Zusätzlich zu den oben genannten Zutaten bieten sich jetzt auch Kalb, Geflügel oder Pansen an.

Was die Futtermenge betrifft, so benötigt ein Welpe im Wachstum natürlich etwas mehr Futter als ein ausgewachsener Hund. Während der Richtwert bei einem ausgewachsenen Hund bei ungefähr 2-3 % seines Körpergewichts liegt, so sollte man, wenn man seinen Welpen barfen möchte, von einer Menge von ungefähr 5 bis 7% seines endgültigen (!) Körpergewichts ausgehen. Wenn man merkt, dass der Welpe diese Menge nicht schafft, kann man die Menge natürlich auch entsprechend ein bisschen heruntersetzen.